Du hast dich entschieden, eine Professionelle zu besuchen. Dann nimm dir vorher zwanzig Minuten und erledige die Dinge unten. Sie kosten fast nichts, und sie entscheiden darüber, ob das Treffen für euch beide angenehm wird und ob du danach ruhig schlafen kannst. Die meisten Probleme entstehen nicht beim Treffen selbst, sondern durch das, was vorher nicht geklärt war.

1. Lies die Anzeige wirklich, bevor du schreibst

Fast jede Frage, die Anbieterinnen täglich bekommen, steht schon in der Anzeige: Leistungen, Dauer, Preise, Ort, Sprachen, Grenzen. Wer trotzdem fragt „Was machst du so?", fällt unangenehm auf und bekommt oft keine Antwort.

Achte beim Lesen auf zwei Dinge:

  • Was ausgeschlossen ist. Steht dort, was nicht geht, gilt das. Es ist keine Verhandlungsbasis.
  • Ob das Profil stimmig wirkt. Perfekte Hochglanzfotos, Zeitdruck und der schnelle Wechsel zu WhatsApp sind Warnzeichen. Wie du Fake-Profile erkennst, steht im Ratgeber-Artikel dazu.

2. Schreib höflich und klar

Eine gute erste Nachricht besteht aus drei Sätzen: kurze Anrede, Wunschtermin mit Dauer, Frage nach Verfügbarkeit. Mehr braucht es nicht.

Bitte um nichts, was die Anzeige ausschließt, und feilsche nicht. Ein freundlicher Ton ist der beste Türöffner. Wer Respekt zeigt, bekommt Termine, und wer dreist auftritt, wird abgelehnt oder gar nicht erst beantwortet.

3. Kläre alles vorher, nicht an der Tür

Besprich schriftlich, was vereinbart ist:

  • Adresse oder Treffpunkt und genaue Uhrzeit
  • Dauer
  • Preis, und zwar den Gesamtpreis
  • Was dazugehört und was nicht

Die Faustregel: Es gibt am Ende keine Überraschung. Wer vor Ort neue Preise nennt oder Leistungen dazubucht, die nicht besprochen waren, verursacht den häufigsten Streit überhaupt. Und wer sich bei der Anreise auf ein Versprechen aus der Anzeige verlässt, das dann nicht gilt, ärgert sich zu Recht. Frag deshalb nach, wenn dir etwas unklar ist.

Geh nicht in Vorleistung. Wer vor dem Treffen Geld für „Anfahrt", „Verifizierung" oder Gutscheincodes verlangt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Betrüger.

4. Sei nüchtern und erreichbar

Komm nicht betrunken und nicht unter Drogen. Das ist kein moralischer Hinweis, sondern ein praktischer. Wer berauscht kommt, verhandelt schlecht, achtet weniger auf Grenzen und wird schneller abgewiesen.

5. Dusch vorher, und zwar gründlich

Das ist der Klassiker, und er wird trotzdem ständig ignoriert. Ein sauberer Körper, frische Kleidung, gepflegte Zähne, kurze und saubere Fingernägel: Das gehört zur Höflichkeit und zum Gesundheitsschutz. Kurze Nägel verhindern außerdem Verletzungen.

Auch Deo statt schwerem Parfüm und frische Kleidung zeigen Respekt.

6. Kondome sind keine Verhandlungssache

Bring eigene mit, in passender Größe, und nutze sie. Das Prostituiertenschutzgesetz schreibt Kondome bei sexuellen Dienstleistungen vor. Wer ohne Schutz verlangt, bringt sich und andere in Gefahr und riskiert ein Bußgeld.

Frag nicht nach Ausnahmen, und lass dich auch nicht überreden, wenn jemand „nur dieses eine Mal" vorschlägt. Das gefährdet dich und alle Menschen, mit denen du danach Kontakt hast.

Und noch etwas, das viele nicht wissen: Ein Kondom schützt gut gegen HIV, Tripper und Chlamydien. Gegen Syphilis, Herpes und HPV schützt es nur teilweise, weil sie auch über die Haut übertragen werden. Deshalb ist Punkt 7 wichtig.

7. Lass dich regelmäßig testen

Wer öfter Kontakte hat, sollte sich regelmäßig testen lassen, und zwar auch ohne Beschwerden. Viele Infektionen verlaufen lange ohne Symptome.

  • Wo: Gesundheitsämter und viele Beratungsstellen bieten anonyme, oft kostenlose Tests an. Auch Hausärzte und Urologen testen.
  • Worauf: HIV, Syphilis, Chlamydien, Tripper und je nach Situation Hepatitis B und C.
  • Impfen: Gegen Hepatitis A und B sowie HPV gibt es Impfungen. Lass dich bei deiner Ärztin oder deinem Arzt beraten.

Bei Beschwerden danach, etwa Brennen, Ausfluss, Ausschlag oder Fieber, geh ohne Scham zum Arzt. Ärztinnen und Ärzte hören das täglich, und je früher du gehst, desto einfacher ist die Behandlung. Sag auch deiner Partnerin oder deinem Partner Bescheid, falls du eine Beziehung hast.

8. Respektiere Grenzen, die gesetzte Zeit und die Person

Ein Nein gilt, jederzeit, auch mitten im Treffen. Du hast keinen Anspruch auf mehr, nur weil du bezahlt hast. Wer Grenzen überschreitet, wird beendet, angezeigt und im schlimmsten Fall strafrechtlich verfolgt.

Halte dich an die vereinbarte Zeit, sei höflich und bedanke dich am Ende. Gäste, die freundlich, pünktlich und respektvoll sind, bekommen Termine und werden gern wieder empfangen.

9. Halte das Geld passend bereit

Leg den vereinbarten Betrag passend bereit und übergib ihn wie abgesprochen zu Beginn. Kein Nachzählen, kein Nachverhandeln. Überweise nie vorab Geld an Unbekannte.

10. Sag einer Vertrauensperson Bescheid

Wenn du zu einer Adresse fährst, die du nicht kennst, informiere vorher jemanden, dem du vertraust: wohin, wann und wann du dich wieder meldest. Das ist nicht übertrieben, sondern ein einfacher Schutz für alle Beteiligten.

Zu deiner eigenen Sicherheit gehört auch, dass du Wertsachen im Auto oder zu Hause lässt und nur das mitnimmst, was du brauchst. Für Probleme am Ort gilt: Im Zweifel gehst du. Ein ungutes Gefühl ist ein ausreichender Grund, ein Treffen sofort abzubrechen.

11. Bleib diskret, auch danach

Diskretion gilt in beide Richtungen: Frag nie nach dem echten Namen, der Familie oder dem Arbeitsplatz, und sprich die Person nicht außerhalb des Termins an. Nutze für dich eine separate E-Mail-Adresse und stell das Handy auf lautlos.

Die Kurzfassung als Checkliste

  • Anzeige genau gelesen, höfliche Anfrage geschrieben
  • Ort, Zeit, Dauer und Gesamtpreis schriftlich geklärt
  • Keine Vorkasse an Unbekannte
  • Nüchtern, geduscht, gepflegt, kurze Nägel
  • Eigene Kondome dabei, und sie werden benutzt
  • Regelmäßig getestet, bei Beschwerden zum Arzt
  • Geld passend bereit, Grenzen respektiert
  • Vertrauensperson informiert, Wertsachen zu Hause
  • Diskret vorher, währenddessen und danach

Wer diese Punkte beachtet, macht es sich und seinem Gegenüber leicht.

Erfahrungsberichte lesen: Foren

Viele Gäste lesen vorher Berichte in Foren. Das kann helfen, ersetzt aber nicht deine eigene Absprache. Achte auf das Datum, auf Werbung als „Bericht“ und auf den Ton, denn Freierforen stehen wegen herabwürdigender Sprache in der Kritik. Frauen werden dort oft ohne ihr Wissen beschrieben, deshalb: nichts Identifizierendes schreiben, nie mit Klarnamen anmelden. Bekannte Foren sind Rheinforum, Bordellcommunity, OWL Forum, FFM-Forum, Forum Sachsen, BW7, Römerforum, Ijsberenforum, Youppie und für Österreich Erotikforum.at. Es sind eigenständige Seiten, deren Inhalte wir nicht geprüft haben.

Wo du verlässlich Rat bekommst

Das Gesundheitsamt in deiner Stadt berät anonym zu Tests und Impfungen. Informationen zu Schutz und Infektionen bieten liebesleben.de, bzga.de und sexsicher.de. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.